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Brüder Schwadron. neue Orte & Spuren

04.11.2014 - 30.11.2014

Museum für angewandte Kunst, MAK, Wien / Österreich

Während und nach der ersten Ausstellung BRÜDER SCHWADRON call to mind, die vom 9. bis 29. Januar 2014 in den ehemaligen Geschäftsräumen der Baukeramikfirma Brüder Schwadron am Franz-Josefs-Kai 3 in Wien stattfand, erhielt das Projektteam unzählige Hinweise auf weitere Orte und Spuren der Brüder Schwadron. Der enormen Anteilnahme und Begeisterung der „Scouts“ ist die zweite Ausstellung BRÜDER SCHWADRON neue Orte & Spuren im MAK gewidmet.

Das Konzept der Ausstellung ist gänzlich dem Gedanken der Partizipation verpflichtet.... Präsentiert werden unterschiedlichste Scout-Orte, die neue Dekore und Signaturfliesen zeigen. Dabei wurden 25 neue Zinshäuser und Villen von den Scouts in Wien und Baden aufgespürt und von Lisa Rastl meisterlich in Szene gesetzt. Auch ein Kachelofen in Tirol wurde entdeckt, dessen Türchen Name und Adresse der Brüder Schwadron zeigt. Ein weiterer in gleicher Weise „gebrandeter“ Kachelofen befindet sich im Salon einer Wiener Wohnung im 7. Bezirk. Exemplarisch für die Vielfalt der von den Scouts entdeckten Orte und Objekte ist ein Brunnen, der im Eingangsbereich der Residenz Zögernitz zu finden ist und unter Denkmalschutz steht.

Ein weiterer Brunnen, der von Otto Prutscher und Michael Powolny entworfen und von Wienerberger hergestellt wurde, wird als Objekt in der Ausstellung gezeigt. Ein Modell dieses Brunnens wurde nachweislich in der Kunstkeramischen Werkstatt der Brüder Schwadron modelliert. Der Brunnen schmückte ehemals eine Gartenanlage, die der Landschaftsplaner Albert Esch für den Architekten Rudolf Perthen gestaltet hatte.

Zwei Neptun-Skulpturen nach dem Entwurf von Michael Powolny sind die Highlights der Ausstellung. Im ehemaligen Wiener Dianabad, das die Brüder Schwadron baukeramisch komplett ausstatteten, zierten acht Exemplare des Neptuns die Wandnischen um das Warmwasserbassin im Herrendampfbad.

Die Ausstellung zeigt zudem historische und neue Fotografien von Orten, die ehemals von den Brüdern Schwadron gefliest wurden, aber nunmehr gänzlich zerstört oder nur noch partiell erhalten sind, wie beispielsweise das Wasserhebewerk Krapfenwald in Döbling. Ein ganz besonderes Exponat ist eine historische Aufnahme, welche die Beteiligung der Brüder Schwadron an der Frühjahrsausstellung 1912 des österreichischen Kunstgewerbes im heutigen MAK belegt. Die Brüder Schwadron gestalteten das Ziegelmauerwerk und den Fußbodenbelag für den von Oskar Strnad entworfenen Gartensaal in dieser Leistungsschau des Kunsthandwerks.

Auch Schenkungen und Leihgaben der Scouts werden präsentiert: Originalfliesen und -mosaiksteine, ein Katalog der Schwadrons zum Bau des Dianabads und eine Signaturfliese, die von den „Ariseuren“ des Unternehmens speziell gekennzeichnet wurde. Leihgaben aus dem Österreichischen Staatsarchiv beleuchten ergänzend die Repressalien, die Victor Schwadron durch die Herrschaft der NSDAP zu erdulden hatte.

Ziel der zweiten Ausstellung BRÜDER SCHWADRON neue Orte & Spuren ist es, die Erinnerungsarbeit fortzuführen und das Andenken an die Brüder Schwadron zu wahren, die einen einmaligen Beitrag zur Ästhetik der Stadtkultur Wiens leisteten und deren Familie und Firma von den Nazis zerstört wurden.

[Quelle: www.mak.at]

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last modified at 01.12.2014


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