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Nahtstellen

14.09.2018 - 02.11.2018

Kunstverein Kärnten, Klagenfurt / Österreich

Performance — izvedba
Im Rahmen der Ausstellung „Nahtstellen“ lädt Jana Maria Köder in ihrer Aktion Narbung zu einer sinnlichen Begegnung unter den Tisch ein.
Welche Erinnerungen stecken hinter einer Narbe, welche Erfahrungen verbinden sich damit und verbinden schließlich uns?
Dort, im versteckten Raum werden diese Erinnerungen plastisch und wandern als sichtbare Eingriffe in einen skulpturalen Körper, der aus dieser Situation heraus entsteht, weiter wirkt und erzählt.
Die Performance findet während der Vernissage und zusätzlich am Samstag, 15....9 ab 10 Uhr in kurzen Intervallen statt.

The human in the loop.

Die Künstliche Intelligenz ist das beherrschende Thema unserer Zeit. Künstliche neuronale Netzwerke werden entwickelt, die die Welt fundamental verändern. Big Data und Deep Learning sind die zentralen Begriffe einer neuen Religion: des Dataismus. Dabei wird der Mensch als biochemischer Algorithmus interpretiert und mit elektronischen Algorithmen konfrontiert. Fast alle Bereiche unserer Gesellschaft sind davon erfasst, von der Wirtschaft über die Medizin bis zum Alltag.

Wie steht es nun um die Kunst in diesem Zusammenhang? Wo befi nden sich die Nahtstellen zwischen dem neuronalen Netzwerk des Künstlers und dem künstlich neuronalen Netzwerk der Künstlichen Intelligenz?
Werden Algorithmen die Künstler ersetzen oder als intelligentes Werkzeug im kreativen Prozess eingesetzt?
Mit diesen Fragen setzt sich diese Ausstellung in unterschiedlichen, teils kontroversen Positionen auseinander.

Roman Lipski tritt mit seiner zusammen mit dem Künstlerkollektiv YQP entwickelten artifi ziellen Muse A.I.R. (Artifi cial Intelligence Roman) in einen Dialog und nutzt die Ressourcen einer künstlichen Intelligenz „kreativ für die Eröffnung noch unbeschrittener künstlerischer Richtungen. Der Maler demonstriert nicht nur, welche Wege durch den Umgang mit neuen Technologien möglich sind, sondern entdeckt auch für sich neue Möglichkeiten, den individuellen Stil und das eigene Potential weiterzuentwickeln.“ (Christina Hooge)

Eine konträre Position zum Thema nimmt die Gruppe haptic ein. G.S. Sedlak und Günter Jost arbeiten im Dialog und gehen den Fragen nach Netzwerken und Vernetzungen nach. Menschliche Er fahrung, Erinnerung und das Unbewusste werden als kreative Information in Strukturen überführt, die sich wie Sedimente in Überlagerungen und Überschneidungen manifestieren. Wie in einem neuronalen Netzwerk werden dabei Verknüpfungen sichtbar und (haptisch) erfahrbar.

Jana Maria Köder lädt in ihrer Performance zum Dialog „unter dem Tisch“ ein. Die authentische Begegnung wird zur Nahtstelle zwischen den Erfahrungen des Seins (in Form von Narben) und deren Transformation in eine textile Skulptur.

Günter Jost



– Lass den Computer machen was er gut kann – lass den Menschen machen was er gut kann.
– Human-and-Computer: both together powerful beyond imagination.
– Algorithmen sind dumm.
– Ich hab keine Angst vor künstlicher Intelligenz – aber Angst vor natürlicher Dummheit (Andreas Holzinger)
– Deep Learning – Deep Black Box
– Open the Black Box (Holzinger Group)
– Gehirn: Was wir nicht selbst
bauen können, können wir auch nicht verstehen (Richard Feynman)
– The real problem is not whether machines think but whether men do. (Burrhus Frederick Skinner)
– Ein Kind kann erklären warum eine
Katze eine Katze ist – Deep Learning kann das nicht.
– Unser Ziel ist nicht humanoide AI – unser Ziel ist human-level AI (Andreas Holzinger)
– Die besten Algorithmen verstehen wir am wenigsten.
– Wie können Menschen von so little data so viel generalisieren (Josh Tenenbaum)
– Computers are incredibly fast, accurate and stupid, humans are incredibly slow, inaccurate, and brilliant, together they are powerful beyond imagination (Einstein hat das niemals gesagt)
– Why did it make this decision (Lee Sedol zur KI)
– Keine KI dieses Planeten kann einen Witz verstehen
– Verstehen – das kann (derzeit) nur ein Mensch.
– “I visualize a time when we will be to robots what dogs are to humans, and I’m rooting for the machines.” Claude Shannon (1950!)

Die wirkliche Frage ist nicht, ob Maschinen denken können, sondern ob Menschen es tun. (B.F. Skinner)

Wer mit künstlicher Intelligenz arbeitet, muss auch mit natürlicher Dummheit rechnen. (Klaus Kornwachs)

Ich fürchte, dass die künstliche Intelligenz den Menschen insgesamt ersetzen könnte. Wenn Menschen Computerviren entwerfen, wird jemand eine künstliche Intelligenz entwerfen, die sich selbst verbessert und vermehrt. Das wird eine neue Lebensform sein, die den Menschen überragt. (Stephen Hawking)

Können Computer wirklich alles besser als wir? Werden uns die Roboter in Zukunft gar die Jobs wegnehmen? Oder können wir im digitalen Zeitalter unsere Individualität, unsere Kreativität und den persönlichen Umgang miteinander sogar noch ausbauen, stärken, verbessern? (Karin Lange)

Andreas Holzinger

[Quelle: www.kunstvereinkaernten.at]

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